Positive und wertschätzende Kommunikation ist nicht nur unter KollegInnen wichtig. Auch Hunden gegenüber sollte man sich entsprechend verhalten und sie richtig einschätzen können.

Hunde kommunizieren hauptsächlich über ihre Körpersprache, mit Hilfe sogenannter Beschwichtigungssignale. Als HundebesitzerIn ist es das A und O die Körpersprache seines Hundes lesen zu können.
Wenn Hunde am Arbeitsplatz sind, dann ist es auch wichtig, dass Nicht-HundehalterInnen lernen Hunde richtig einzuschätzen, um Konflikte zu vermeiden.

 

Das 1×1 der Kommunikation

Diese Beschwichtigungssignale dienen einerseits zur Kommunikation zwischen Hunden, aber auch zwischen Mensch und Hund. Andererseits, wie der Name schon sagt, beschwichtigen sie den Hund selbst oder sein Gegenüber in möglicherweise stressigen/angespannten Situationen.

Zu den häufigsten Beschwichtigungssignalen zählen unter anderem.

  • Kopf/Körper wegdrehen
  • Über die Nase schlecken
  • Hinsetzen/Hinlegen
  • Gähnen
  • Kratzen/Schütteln
  • Schnüffeln
  • Blinzeln

 

Körpersprache in Bildern

Auf den folgenden Bildern sieht man die Körpersprache der Hunde sehr deutlich:

  • Sich über die Nase schlecken um zu beschwichtigen
    Auf dem ersten Bild sieht man sehr deutlich, dass der Hund sich nicht so wohl fühlt – die Ohren sind zurück gelegt, der Kopf leicht abgewendet und er schleckt sich über die Nase.
    Auf dem zweiten Foto kommt der große Hund sehr nahe und der kleine schleckt sich über die Nase.

 

  • Gähnen
    auch hier ein sehr deutliches Signal dafür, dass der Hund die Situation nicht angenehm empfindet – die Augen sind zusammengekniffen und er gähnt sichtlich.

 

  • sich wegdrehen
    auch auf diesem Bild sieht man sehr schön, dass der Hund die Situation unangenehm findet – der Körper und Kopf sind weggedreht, die Ohren zurück und auch die Maulwinkel eher nach hinten gezogen.

 

Die meisten Hunde mögen es nicht, wenn man ihnen von oben auf den Kopf tätschelt – hier sieht man deutlich, dass der Hund das nicht möchte. Der ganze Körper ist geduckt, die Ohren sind nach hinten gelegt, das Gesicht sehr angespannt und den Ansatz der Zunge.

 

Hier zwei sehr höfliche Verhaltensweisen in Hundebegegnungen. Man sieht sehr deutlich, wie einer oder beide Hunde den Kopf und Körper leicht zur Seite drehen.

 

 

Die 5-Sekunden Regel

Gerade am Arbeitsplatz möchten natürlich auch KollegInnen oder vielleicht sogar Besuch den Hund streicheln. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, ob der Hund auch tatsächlich gestreichelt werden möchte.

Wir Menschen drücken unsere Zuneigung gerne in Umarmungen und Küssen aus. Hier werden unsere Hunde sehr oft zwangsbeglückt. Die meisten Hunde finden es gar nicht toll, wenn sie umarmt werden, da es für den Hund eine sehr bedrohliche Situation sein kann.

Hier kann man sich die 5-Sekunden-Regel zu Hilfe nehmen. Man streichelt den Hund für ein paar Sekunden und nimmt dann die Hand weg. Drückt sich der Hund aktiv gegen die Hand kann beruhigt weiter gestreichelt werden. Ist der Hund eher passiv, dreht sich weg oder zeigt andere Beschwichtigungssignale möchte er wahrscheinlich gerade keinen Kontakt.

Achtung: nicht jeder Hund geht weg, wenn er die Situation als unangenehm empfindet. Vielleicht liegt er auch in einer Ecke und kann nicht wirklich aus. Achten Sie als HundebesitzerIn darauf und helfen Ihrem Hund aus der Situation, wenn Sie merken, dass er gerade überfordert ist!

Allgemein gilt: Stören Sie den Hund nicht, wenn er gerade in seinem Körbchen oder Rückzugsort liegt oder gerade schläft.

Dieses Video zeigt sehr deutlich welcher Hund die Streicheleinheiten genießt und welcher eher darauf verzichten kann!

 

Eskalationsstufen

Die nachfolgende Grafik zeigt sehr schön, wie Verhalten und Signale sich im Verlauf steigern. Man sieht sehr deutlich, wie viele Verhaltensweisen ein Hund zeigt, bevor er bellt oder aggressives Verhalten zeigt.

Je früher Sie in vermeintlich unangenehmen Situationen reagieren, desto besser lernt der Hund, dass er sich auf Sie verlassen kann und er die Situation nicht selbst durch Bellen oder möglicherweise Knurren lösen muss.

Allgemein gilt: jede dieser Verhaltensweisen ist Normalverhalten und gehört zum Kommunikationsrepertoires jedes Hundes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir klären auf!

Zum Abschluss räumen wir noch mit zwei gängigen Mythen auf:

  1. Ein wedelnder Hund ist ein freundlicher Hund
    Das stimmt so leider nicht. Wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt, sagt das lediglich, dass der Hund gerade aufgeregt ist. Das kann sowohl freundlich als auch angespannt sein. Daher ist es wichtig, den gesamten Körper und die Signale richtig lesen zu können.
  2. Der gähnende Hund ist müde
    Das kann natürlich sein, allerdings hängt auch das von der Situation ab. Wird ein Hund zB. hochgehoben oder körperlich bedrängt und gähnt in diesem Moment, ist er sehr wahrscheinlich nicht müde, sondern möchte uns signalisieren, dass ihm die Situation gerade zu viel ist.